24. März 2025 | Steigenberger Hotel
Marketing Pioniere – jetzt geht’s los

Kickoff-Event im Steigenberger Hotel Bielefelder Hof
(Bielefeld, 24. März 2025) Es war ein rundherum gelungener Auftakt. Lilian Weers und Luis Denninghoff, die Sprecher der Marketing Pioniere des Marketing Club Ostwestfalen-Lippe, hatten zu einem Kickoff-Event geladen. Das Steigenberger Hotel Bielefelder Hof hatte dafür mit dem Kaminzimmer die passenden Räumlichkeiten sowie leckeres Fingerfood zur Verfügung gestellt. Die Resonanz war groß und die Stimmung gut.
Zunächst erfolgte eine kurze Vorstellung des Marketing Club Ostwestfalen-Lippe mit dem Hinweis, dass Mitglieder auch bundesweite Festivals und Events besuchen sowie an Online-Seminaren u. ä. teilnehmen können. „Wir möchten die Zukunft des Marketings in OWL mitgestalten“, skizziert Luis Denninghoff eine Zielsetzung der Pioniere. Das Netzwerken steht dabei im Fokus. „Ich persönlich profitiere von jedem Austausch, egal ob mit Gleichaltrigen oder Älteren“, betont Lilian Weers. „Wissen teilen und stetig dazulernen, finde ich sehr wichtig.“ Der Club bietet ein starkes Netzwerk mit Mitgliedern quer durch alle Branchen. Namhafte Player und international agierende Firmen sind genauso vertreten wie Familienunternehmen, kleinere Betriebe oder auch Freelancer*innen. Außerdem wies Lilian noch auf die Master Class hin, die in diesem Jahr in die zweite Runde geht. Das Förderprogramm für High Potentials richtet sich an Nachwuchsführungskräfte im Alter zwischen 25 und 35 Jahren.
Was wollen die Marketing Pioniere?
„Als Problem haben wir identifiziert, dass es nur begrenzt Netzwerke für junge Menschen gibt, was das Vorankommen im Berufsleben erschwert“, stellt Luis fest. Es sei jedoch wichtig, aus der eigenen Bubble herauszukommen und mit anderen in den Austausch zu gehen, Erfahrungen zu teilen und sich gegenseitig zu unterstützen. Die Pioniere möchten das junge Netzwerk stärken, Raum für Neues bieten und durch kreative Events frische Impulse vermitteln. Außerdem eine Plattform schaffen, auf der sich der Nachwuchs mit erfahrenen Marketing-Profis austauschen kann. Und wer möchte, kann Ideen für Themen und Speaker*innen einbringen und sich ebenso wie Lilian und Luis ehrenamtlich engagieren, z. B. bei der Organisation von Events. Und warum sollte man Mitglied werden? „Weil man nie auslernt“, unterstreicht Lilian den eigenen Anspruch. „Die Zeit, die ich in mich selbst, in meine eigene Entwicklung investiere, ist die bereicherndste Zeit.“ Momentan ist es geplant, im Quartal künftig eine Veranstaltung durchzuführen. Je nach Interesse könnten aber auch kurzfristige Treffen zum Austausch stattfinden.
Kein Gin des Lebens
Nach der kurzen Vorstellung des Clubs und der Ziele der Marketing Pioniere ging es an das unterhaltsame Gin-Tasting mit Maik Sombray. Der 33-jährige Gründer hat sich mit seinem Produkt „Kein Gin“ einen Namen gemacht und ist aktuell freiberuflich als Performance-Marketing-Manager tätig. „Ich habe selbst eine Marke gegründet, aufgebaut und verkauft“, fasst er eine ereignisreiche Zeit zusammen. Seine Botschaft: Macht euch selbstständig, aber keinesfalls mit einem Produkt. Das sei wegen des aufzuwendenden Kapitals viel zu risikoreich.
Vier verschiedene Gins wurden an dem Abend verkostet. Und Maik erklärte, was es mit den Botanicals auf sich hat, welches Tonic Water sich gut zum Mixen eignet und warum er keinen Gin produziert hat. „Der ,Kein Gin‘ enthält gar keinen Wacholder, darum darf die Spirituose auch nicht Gin genannt werden.“ Dabei war es gar nicht so einfach, ein Getränk ohne Wacholderbeeren, die selbst in kleinsten Mengen Aromen binden, herzustellen. Dafür musste der Gründer seinerzeit viel herumprobieren, bis er durch einen Zufall auf einen Lebensmitteltechnologen stieß, der ihm den Tipp gab, es mal mit Koriandersamen zu probieren. „Das hat glücklicherweise nichts mit Koriander selbst zu tun, denn ich hasse den Geschmack“, lacht Maik rückblickend. Gesagt getan, mit dem Koriandersamen gingen die Botanicals wie Minze, Orange, Zitrone und Ingwer eine ausgewogene Mischung ein und sorgten für den charakteristisch frischen Geschmack von „Kein Gin“. Das Getränk kam gut an. Durch die Corona-Pandemie erhielt „Kein Gin“ noch mal einen kräftigen Schub, denn der Lebensmitteleinzelhandel war nicht von Lockdown-Maßnahmen betroffen. Allerdings veränderten die Einzelhändler bald schon ihre „Politik“, wurden sich ihrer Macht bewusst. „Vorher haben die Händler einfach kurz angerufen, wenn sie nachordern wollten, bald schon hieß es, dass wir die Regalpflege selbst betreiben müssten. Das bedeutete: hinfahren, Bestand prüfen, Flaschen putzen, einräumen. Und das vielleicht für zwei Flaschen. Das war dann leider nicht rentabel, unser Gebiet reichte vom Steinhuder Meer bis nach Dortmund.“ Deshalb die Entscheidung, die Marke „Kein Gin“ zu verkaufen. Bei dem Kickoff-Event der Pioniere wurde übrigens Maiks allerletzte Flasche verkostet.
Marktmechanismen verstehen
An dem Abend lernten die Teilnehmenden sehr viel über die Herstellung von Gin und eine entsprechende Vermarktung. Bei den meisten fiel die alkoholfreie Variante durch. Zu wässerig und auch zu süß – so das Urteil. Und dafür viel zu teuer. „Das kann eventuell mit Tonic funktionieren, aber nur, wenn man fest daran glaubt“, lacht der Gin-Experte. Auch der Vorgang des mehrfachen Destillierens ist eher für das Marketing und die Preisgestaltung als für den Geschmack entscheidend. Eine schöne oder außergewöhnliche Flaschenform, ein besonderes Etikett – auch hier greifen die Mechanismen des Marktes. Der Gin-Hype wurde vor etlichen Jahren durch eine Hamburger Manufaktur mit dem Gin Sul ausgelöst, die ihr Getränk in Steinzeug-Flaschen abfüllten. Ein Trend, auf den die Gründer von an den an diesem Abend verkosteten Dry Gin namens „Knut Hansen“ aufsprangen.
Aus der Region – nämlich aus Verl – stammt der „Sankt Anna“ Ostwestfalen Dry Gin. Fruchtbetont mit Vanille und so viel Zucker, das es gerade so noch an der Grenze ist, dass das Getränk formal als Gin durchgeht. Auch das ein Learning des Abends: Gin darf mit Zucker versetzt werden. Im Anschluss an das Tasting wurde noch weiter gefachsimpelt und alle Teilnehmenden waren schnell richtig gut im Gespräch. Ein gelungener Auftakt der Marketing Pioniere.
Text: Eike Birck
Fotos: Sarah Jonek









































































